Infos über den Kodak Ektrachrome 64T Super 8 Film, dieser Film wurde Mitte 2010 durch den Kodak Ektachrome 100D abgelöst. Für Anwender, die noch mit dem E64T arbeiten, halten wir die folgenden Informationen archiviert. Wichtig ist vor allem, dass nicht alle Kameras den E64T richtig belichten können. Mit dem neuen 100D hat sich dieses Problem erledigt.
Kodak hat in 2006 nach 40 Jahren den alten Standard Super-8 Film Kodachrome 40 durch einen neuen Ektachrome 64T Film abgelöst. Hintergrund ist, dass der alte Film einen speziellen (umweltbelastenden) Entwicklungsprozess (mit 14 Entwicklungsbädern) benötigte, den zuletzt nur noch ein Kodak Labor in Renens / Schweiz (geschlossen 2006) und ein Labor (Dwaynes) in Parsons (Kansas) / USA beherrschten. Der neue Ektachrome 64 Film hingegen basiert - wie jeder Diafilm - auf dem E6 Prozess.Dank des E6 Prozesses kann den Ektachrome 64T prinzipiell jedes Fotolabor (wenn die mechanischen Voraussetzungen für das Bearbeiten von Super 8 gegeben sind) entwickeln. Entsprechend hat sich die Situation auf Seiten der Entwicklungslabors schlagartig verbessert, z.Z. bieten 5 Firmen in Europa die Filmentwicklung an:
Kodak hat nun 5 Super 8 Filme im Programm (PDF Katalog auf englisch hier): Die Negativ-Filme 200T/2717 und 500T/7218 (die nur für die direkte Filmdigitalsierung verwendet werden), die s/w Umkehrfilme 7265 / 7266 und den neuen Farbumkehrfilm Ektachrome 64T. Das bisherige Urteil über den neuen Film im Vergleich zum alten K40 lautet: Bessere Farben, aber gröberes Korn, ein interessanter Vergleich mit Testbildern findet sich auf der Seite von Super8site. Bei aller berechtigten Kritik sollten die Leute, die jetzt auftreten "Kodak hat den Super 8 Film gekillt", vielleicht den Mund etwas weniger voll nehmen. Wir meinen: Mit der Umstellung auf einen E6 Prozess tauglichen Super 8 Film hat Kodak die fast schon zugefallene Tür für Super 8 ein gehöriges Stück weit aufgestoßen: Entwicklung eines Super 8 Films direkt in Deutschland für unter € 10,00 mit 4 tägiger Labor Laufzeit (über Andecfilm Berlin), so komfortabel hatten es Schmalfilmer zuletzt in den siebziger Jahren! Damit werden Projekte mit "echtem Film", der auch digitalisiert durch seinen besonderen Look (intensivere Kontraste und sichtbare Körnung) seinen Reiz hat, wieder innerhalb kalkulierbarem Kosten- und Zeitrahmen machbar.
Schon sind wir bei einem weiteren Problem mit dem neuen Ektachrome 64T, das zu Unrecht Kodak angelastet wird. Der neue Film ist lichtempfindlicher (ASA 64) als der alte Kodachrome 40 (ASA 40), was dazu führt, dass viele Kameras ihn nicht korrekt belichten. Allerdings: Kodaks neuer Film hält sich an die Spezifikationen der Super 8 Kassette: Danach wird über die Position einer Kerbe an der oberen Vorderseite der Super 8 Kassette die Filmempfindlichkeit an den Belichtungsmesser der Kamera übermittelt. Ein mit einem Potentiometer gekoppelter Fühler von der Kamera wird (je nach Position der Kerbe) unterschiedlich weit ein- oder ausgefahren, danach richtet sich die Belichtungseinstellung, dieses Bild veranschaulicht das System. Prinzipiell sollte so jede Super 8 Kamera jeden beliebigen zukünftigen Super 8 Film im Bereich von 16 - 640 ASA belichtungsmäßig korrekt einstellen können. Nur haben sich zahlreiche Kamerahersteller nicht daran gehalten. Da in den 70s 80s eigentlich nur 2 Farbumkehrfilme zu haben waren, ein ASA 100 und der bekannte Kodachrome (ASA) 40, ersetzten die Hersteller in ihren low budget Modellen den Fühler durch einen einfachen Schalter an der Position der ASA 100 Kerbe. War die da, musste es der ASA 100 Film sein, war die nicht da, der Kodachrome 40. Das rächt sich nun bitterlich, diese Kameras sind schlicht unbrauchbar für den neuen Ektachrome 64T, weil sie ihn als ASA 40 und damit viel zu hell belichten. Angesichts der doch relativ entspannten Preissituation für gebrauchte Super 8 Kameras würden wir, wenn die eigene Super 8 Kamera nicht zum neuen Film passt, empfehlen, einfach bei Ebay eine Kamera zu ersteigern, die passt. Welche da infrage kommen, zeigt dieser Super8wiki Link und diese Seite von Andecfilm. Tonfilmkameras lassen sie bei Ebay bitte außen vor, es werden schon seit vielen Jahren keine Super 8 Tonfilmkassetten mehr hergestellt. Sie schleppen also nur sinnlos voluminösen, gewichtigen Ballast in Form von Tonteil, Mikrofon usw. rum und verkürzen durch die zusätzliche Elektronik die Batterie-Standzeit. Allenfalls können Leute, die den Filmtransfer im Auge haben, auf eine Soundkamera wie die Nizo 6056 oder 6080 bieten, da diese die (für Filmtransfer wichtigen) "Zwischengeschwindigkeiten" 16 2/3 und 25 Bilder/Sek. anbietet, so dass eine Filmdigitalisierung ohne Geschwindigkeitsveränderung durchgeführt werden kann, mehr dazu hier.
Nizo, fast alle Modelle belichten den Ektachrome 64T korrekt mit Ausnahme der Kompaktkameras (Nizo S30, 136, 148, 156 usw.) und der Soundkameras der Integral Reihe. Die Modelle S560 bis S800 / 801 unterscheiden sich vor allem durch die Zoomstärke, letztere mit 12x Zoom. Solche Kameras kann man für unter 50,00 ersteigern und hat dann ein Super Teil.
Beachten sollte man aber, dass man sich mit diesen Kameras das Quecksilberoxid Batterie Problem einfängt, diese Kameras arbeiten mit 2 Stck. PX625 / PX13 Quecksilberoxid 1,35V Belichtungsmesser Batterien, und diese gibt es (aus Umweltschutzgründen) seit vielen Jahren nicht mehr. Aktuelle Silberoxid Batterien haben eine zu hohe Spannung (1,55V). Statt langer Abhandlungen hier die Lösung: Kaufen Sie den Gossen Batterie-Adapter (s. Abbildung), lieferbar z.B. über Foto Brenner für € 25,00. Er passt in das Batteriefach der Nizo und adaptiert es auf 2 Stück gängige Silberoxid Batterien Panasonic SR44. Getestet mit S800, für alle Fälle hier eine Kurzanleitung.
Alternative ist, auf die Nizo Professionell zu bieten, da wird der Strom für den Belichtungsmesser von den Mignon Kamerabatterien abgezweigt. Ihnen bleibt also das Quecksilberoxid Batterie Problem erspart. Allerdings wird die Professionell meist zum 3fachen des Preises einer S800 verkauft (ohne sich sonst technisch groß von der S800 abzuheben). Wer dringend die (für Filmtransfer wichtigen) Frameraten 16 2/3 und 25 braucht, kann auf eine Soundkamera wie die 6056 oder 6080 bieten, sollte sich allerdings klar sein, dass er viel Soundteil-Ballast mit sich rumschleppt, den er mangels Tonfilmkassetten nie mehr braucht.Bekannte Probleme lange lagernder Nizos: Ausgelaufene Batterien im Batteriefach, hier sollte man den Verkäufer unbedingt vorher fragen, weil die Batteriekontakte im Fach beschädigt sein können. Akkus bei der Nizo Professionell hinüber (hier geht Umstieg auf Batterien). Bei einigen Nizos reagiert manchmal der Einschalter nicht mehr, man vermutet einen Riesendefekt, ist aber nur ein verunreinigter Kontakt. Schrauben Sie den vorderen Deckel (mit den Schaltern) ab. (Bei den Nizo Kompaktkameras - 148, 156 usw. - dazu im Innern des Kassettenfachs das schwarze Blech abschrauben, darunter sind die Schrauben, die den vorderen Deckel halten). Sie werden dann meistens an den Schalterkontakten des Einschalters grünliche Korrosion sehen, mit Q-Tips (das mit Reinigungs-Alkohl getränkt ist) reinigen, danach läuft alles wieder. Alles vorsichtig wieder zusammenbauen. Auf keinen Fall am demontierten Deckel an den Schaltern drehen, sonst greifen die nachher nicht wieder richtig in die Mitnehmer der Potentiometer auf der Platine.
Bauer, praktisch kein Modell kann den Ektachrome 64T richtig einstellen. Wenn man von den Steinzeit-Kameras Royal 6, 8, 10 absieht (schon die Royal 6E, 8E, 10E Serie hat dann keinen Filmempfindlichkeits - Fühler mehr und kann den 64T nicht richtig einstellen). Ein Armutszeugnis. Nett für die Vitrine, aber ungeeignet, um damit mit aktuellem Filmmaterial zu drehen. Machen Sie bei Ebay einen Riesen Bogen um Bauer Kameras!
Der Kenner möchte hier sicher als erstes Beaulieu hören, die Modelle ab Beaulieu 2008 erkennen zwar nicht die Film-Empfindlichkeit automatisch, lassen sich aber manuell über ASA-Wahlregler korrekt auf den Ektachrome 64T einstellen. Das Elitäre an diesen Kameras sind die Wechseloptiken und der (von der Spiegelreflexkamera übernommene) Schwingspiegel (d.h. es fällt immer das gesamte Licht auf den Film), der Nachteil sind die elitären Ebay-Preise, die elitären Preise für die Reparatur bzw. den Ersatz der (meist mittlerweile defekten) propietären Akkus. Lösungen hierzu bieten FFR Filmtechnik und Wittner.Fast alle Canon Modelle stellen den 64T richtig ein (bis auf die 310XL), die 1014E (Abbildung) wäre hier sicherlich das Objekt der Wahl. Ebenso stellen fast alle Cosina Modelle (und die von Cosina hergestellten Revue Cockpit Modelle sowie S10 und CS 40/80) den 64T richtig ein. Fehlanzeige bei Minolta und den von Minolta hergestellten Afga Movexoom 6 / 10 mos. |